Archiv des Autors: Alexandra Scheffel

KV Wahl 2027 im Nachbarschaftsraum

Sich weiterentwickeln ist schwer. Oft wehren wir uns dagegen, hätten es lieber ruhig und überschaubar, alles soll so bleiben, wie es ist, für uns soll gesorgt werden. Gerade machen wir in unserem Nachbarschaftsraum mit 8 Kirchengemeinden, also auch in Partenheim eine Veränderung durch. Es ist weniger Geld da, es müssen Gebäude eingespart werden. Es soll im Team gearbeitet werden, in größeren Zusammenhängen geleitet und verwaltet werden. Etwas, das immer so gültig war, soll sich verändern, hat sich bereits verändert. Die Gestalt wandelt sich.
Ab dem 01. Januar 2027 bilden diese acht Kirchengemeinden dann eine gemeinsame Körperschaft – die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Im Herzen Rheinhessens. Sie sind dann gleichzeitig Mitglied der Ortskirchengemeinde Partenheim und der Gesamtkirchengemeinde.
Das Amt der aktuellen Kirchenvorstände der Kirchengemeinden endet zum 31.12.2026 aus diesen Mitgliedern der Kirchenvorstände setzt sich dann der Gesamtkirchenvorstand der Gesamtkirchengemeinde zusammen. Diese führen die Leitung der Gesamtkirchengemeinde bis zum 01. September 2027 weiter. In den einzelnen Ortskirchengemeinden können dann sogenannte Ortskirchengemeindeausschüsse gebildet werden. Diese beschäftigen sich dann mit der inhaltlichen Arbeit in der Ortskirchengemeinde.
Am 01. Juni 2027 stehen wieder Kirchenvorstandswahlen an. Bei diesen wählen wir nicht mehr den Kirchenvorstand für die Kirchengemeinde Partenheim, sondern wir wählen in einer Bezirkswahl die Mitglieder des Gesamtkirchenvorstands. Als Kirchenmitglied in Partenheim wählen wir die beiden Mitglieder aus Partenheim für den Gesamtkirchenvorstand.
Dinge verändern sich also. Veränderung ist nicht aufhaltbar. Wenn das möglich wäre, dann würde es sich um Stillstand handeln. Und Stillstand ist nie gut.
So manche Aufgabe haben wir uns nicht selbst ausgesucht, wir sind hineingerufen worden, haben uns ihr gestellt.
Manchmal sind es gerade diese Herausforderungen im Leben, die uns weiterbringen. Aber wir können am Anfang eines Weges noch nicht wissen, wohin dieser Weg führt.

Cocktail-Kir(s)che und WM-Finale am 19. Juli

Am Sonntag, 19. Juli um 19:30 feiern wir den nächsten Gottesdienst im Format „Cocktail-Kir(s)che. Die Cocktail-Kir(s)che ist ein Gottesdienst-Format mit moderne Texten und Pop-Musik, die sich dieses Mail rund um das Thema „Lass den Sommer in dein Herz“ drehen. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es kühle Getränke und Hot Dogs.

Wer danach noch Lust hat, das Finale der Fußballweltmeisterschaft der Männer in geselliger Runde anzuschauen, ist herzlich eingeladen dazubleiben oder frisch dazuzukommen (weiterhin ein kühles Getränk und einen Hot Dog zu genießen), denn wir zeigen das Endspiel ab 21:00 Uhr.

Wir freuen uns auf Sie!

„Zugezogenen liegt die Dorferneuerung am Herzen“ – Spaziergang zur Ev. Kirche und Dorfrundgang in Vendersheim

Vendersheim ist ein idyllisches, sehr hübsches Dorf. Dieser Eindruck vermittelt sich dem Besuchenden sofort bei der Einfahrt in der Hauptstraße. Wie wir später erfahren, bereichern auch die Zugezogenen das Gesicht des Ortes und renovieren alte verlassene Häuser fachkundig und liebevoll.
An einem sonnig-heißen Tag informieren sich Teilnehmende des Ev. Dekanat Alzey-Wöllstein in der Ev. Kirche Vendersheim über das neugotische Gotteshaus der Gründerzeit, indem aktuell 14tägig Gottesdienst gefeiert wird. Pfarrer Harald Esders-Winterberg führt die Interessierten durch die renovierte Kirche; der Raum wirkt licht, hell und großzügig. Eine originale Kirchenbank aus 1870 ist erhalten, ebenso die alte Kanzel und Orgel aus dem 19. Jahrhundert – ein Kleinod ebenso wie die aufwendig gemalte historische Kassettendecke. Taufbecken und Altar (Stahlkonstruktion in Kreuzform) sind im modernen Glas-Stahl Ensemble von Claudia Poschmann entworfen. Die Gemeinde hat sich die Kirche in Hochheim zum Vorbild genommen und den Architekten Ekkehard Enders mit ins Boot geholt.


Durch die Bestuhlung ist das Gebäude multifunktional benutzbar und zukunftsfähig verändert worden. So beherbergte der Kirchenraum bereits ein Beduinenzelt (mit Mose unterwegs).
Einst war die Ev. Kirche eine Simultankirche und lag ein paar hundert Meter weiter auf einem Hügel, wie Ortsbürgermeisterin Elfi Sieben-Schmitt weiß. Unter der Dorf-Eiche vor den beiden Kirchen zeigt sie der Gruppe, wo früher die alte Dorfschule (heute Kita) und Feuerwehr war.
Ort und Kirche verändern sich im Lauf der Jahrhunderte. Vendersheim ist eine fränkische Gründung mit einer Ortsbefestigung durch Wassergräben und Scheunenkranz. Eine frühe Besiedlung bestand bereits in der Jungsteinzeit. Ausgrabungsgegenstände dieser Zeit befinden sich in Mainzer Museen. Der Platz an der Kirche ist heute ein Treffpunt für Bürgerinnen und Bürger, z.B. am Eis-Auto. Hier befindet sich auch die ehemalige Schule mit Lehrerwohnhaus. Heute wird das Gebäude für den Kindergarten der Gemeinde genutzt. Das Lehrerwohnhaus wurde verkauft. Das ehemalige Feuerwehrhaus wird renoviert und als Abstellraum für Vereine genutzt. Die Eiche am Platz wurde nach dem 1. Weltkrieg gepflanzt.
Der Friedhof von Vendersheim wurde einst in einen katholischen und evangelischen Teil aufgeteilt.
Die urkundliche Erwähnung einer Kirche zu Ehren des hl. Martins oberhalb des Dorfes erfolgte erstmals im 14. Jahrhundert. Der frühromanische Turm und das gotische Kirchenschiff wurden als Simultankirche genutzt. Wegen fehlender Renovierung verfällt das Gebäude zusehends – 1866 folgt der Abbruch der Kirche.
Ab 1900 wächst das gemeinschaftliches Engagement in der Gemeinde: Es entstehen die Winzergenossenschaft, die Gründung von Gefriergemeinschaft und Bügelgemeinschaft, und das Wiegehäuschen.
Vendersheim ist durch ein harmonisches Ortsbild geprägt, die schön renovierte alte Bausubstanz, oft durch Neubürger in der Gemeinde entstanden, ziert das Ortsbild.
Die ehemalige jüdische Gemeinde in Vendersheim zeichnet um 1850 bis zu 50 Personen, 1905 waren noch 20 Personen ansässig, 1933 noch 3 Familien. Eine Familie konnte emigrieren, die beiden anderen Familien kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Derzeit gibt es Bemühungen um einen Gedenkstein auf dem Friedhof.
Die Ortherren von Vendersheim – die Grafen von Eltz-Kempenich – mit den Lehensherren Brenner von Stromberg – wohnten vermutlich im Wohnturm in der heute fälschlicherweise Bremerturmgasse benannten Straße Wegkreuz am Klauer.
Teil der alten Infrastruktur in Vendersheim waren 3 Lokale teilweise mit Kegelbahn, Ladengeschäften, Bäckerei, vielfältigem Handwerk, Bank, Post, Raiffeisenlager, Busanbindung (Transfer zu Straßenbahnstation in St. Johann zu Einkäufen in Bad Kreuznach).
Die Ortsgemeinde war ländlich geprägt mit Weinbau, Ackerbau, und Viehhaltung bis in die 50iger Jahre. (laut Statistik gab es 1952 über 1000 Hühner im Dorf, und über 2000 Obstbäume um das Dorf!)
Die Katholische Kirche St. Martin wurde im Jahr 1790 errichtet. Unterstützt wurde der Bau von den Ortsherren, den Grafen von Eltz. In der Kirche befinden sich ein Taufbecken mit Wappen der Fürsten von Stromberg und eine Glocke aus der Vorgängerkirche, sowie wertvoll geschnitzte Bänke, verschiedene Figuren und ein Hochaltar, der aus der Hofkapelle der Grafen ein Eltz in Mainz stammen soll. Ergänzt wird die schöne Ausstattung durch eine kleine Orgel der Orgelbauerfamilie Schlaad aus Waldlaubersheim.
Vendersheim liegt am Jakobspilgerweg, eine Stempelstation befindet sich an der Kath. Kirche:



Gedanken zu Lebenswegen
„Manche Wege führen mich in die Irre,
andere führen mich zum Ziel.
Manchmal gehe ich unbeschwert und ohne Gepäck,
manchmal gehe ich allein und fühle mich einsam.
Manchmal bin ich gespannt und voller Erwartung,
ein andermal gehe ich mit Angst und Zögern.
Welche Wege ich auch immer nehme
und in welcher Verfassung ich bin,
es sind unverwechselbar mein Lebensweg.
Durch sie bin ich geworden,
bin ich der, der ich bin.“

Das Ev. Dekanat Alzey-Wöllstein bedankt sich für den Einblick in die engagierte Dorfgemeinschaft.
Bericht: Elfi Schmitt-Sieben/Petra Tebrün
Fotos: Petra Tebrün