Der Gottesdienst zur diesjährigen Wingertsheisjewanderung findet am Sonntag, 2. August um 11:00 Uhr am Nussbaum statt (dazu gegenüber vom Friedhof dem Wingertheisjerundweg kurz folgen).

Der Gottesdienst zur diesjährigen Wingertsheisjewanderung findet am Sonntag, 2. August um 11:00 Uhr am Nussbaum statt (dazu gegenüber vom Friedhof dem Wingertheisjerundweg kurz folgen).

Sich weiterentwickeln ist schwer. Oft wehren wir uns dagegen, hätten es lieber ruhig und überschaubar, alles soll so bleiben, wie es ist, für uns soll gesorgt werden. Gerade machen wir in unserem Nachbarschaftsraum mit 8 Kirchengemeinden, also auch in Partenheim eine Veränderung durch. Es ist weniger Geld da, es müssen Gebäude eingespart werden. Es soll im Team gearbeitet werden, in größeren Zusammenhängen geleitet und verwaltet werden. Etwas, das immer so gültig war, soll sich verändern, hat sich bereits verändert. Die Gestalt wandelt sich.
Ab dem 01. Januar 2027 bilden diese acht Kirchengemeinden dann eine gemeinsame Körperschaft – die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Im Herzen Rheinhessens. Sie sind dann gleichzeitig Mitglied der Ortskirchengemeinde Partenheim und der Gesamtkirchengemeinde.
Das Amt der aktuellen Kirchenvorstände der Kirchengemeinden endet zum 31.12.2026 aus diesen Mitgliedern der Kirchenvorstände setzt sich dann der Gesamtkirchenvorstand der Gesamtkirchengemeinde zusammen. Diese führen die Leitung der Gesamtkirchengemeinde bis zum 01. September 2027 weiter. In den einzelnen Ortskirchengemeinden können dann sogenannte Ortskirchengemeindeausschüsse gebildet werden. Diese beschäftigen sich dann mit der inhaltlichen Arbeit in der Ortskirchengemeinde.
Am 01. Juni 2027 stehen wieder Kirchenvorstandswahlen an. Bei diesen wählen wir nicht mehr den Kirchenvorstand für die Kirchengemeinde Partenheim, sondern wir wählen in einer Bezirkswahl die Mitglieder des Gesamtkirchenvorstands. Als Kirchenmitglied in Partenheim wählen wir die beiden Mitglieder aus Partenheim für den Gesamtkirchenvorstand.
Dinge verändern sich also. Veränderung ist nicht aufhaltbar. Wenn das möglich wäre, dann würde es sich um Stillstand handeln. Und Stillstand ist nie gut.
So manche Aufgabe haben wir uns nicht selbst ausgesucht, wir sind hineingerufen worden, haben uns ihr gestellt.
Manchmal sind es gerade diese Herausforderungen im Leben, die uns weiterbringen. Aber wir können am Anfang eines Weges noch nicht wissen, wohin dieser Weg führt.

Am Sonntag, 19. Juli um 19:30 feiern wir den nächsten Gottesdienst im Format „Cocktail-Kir(s)che. Die Cocktail-Kir(s)che ist ein Gottesdienst-Format mit moderne Texten und Pop-Musik, die sich dieses Mail rund um das Thema „Lass den Sommer in dein Herz“ drehen. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es kühle Getränke und Hot Dogs.
Wer danach noch Lust hat, das Finale der Fußballweltmeisterschaft der Männer in geselliger Runde anzuschauen, ist herzlich eingeladen dazubleiben oder frisch dazuzukommen (weiterhin ein kühles Getränk und einen Hot Dog zu genießen), denn wir zeigen das Endspiel ab 21:00 Uhr.
Wir freuen uns auf Sie!






Das schöne Partenheim zeigte sich beim Dekanatsspaziergang von seiner Sonnenseite. Kirchenvorsteher Reinhard Oehler startete in der Ev. Kirche St. Peter, einem romanischen Bau aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche ist von einer Wehrmauer umgeben.
Eine Gedenktafel vor dem Eingangsportal erinnert an das „Wunder von Partenheim“. Als am 4. Mai 1435 die Kirche brannte und alle Löschversuche scheiterten, rettete ein mutiger Knecht, wohl unter Einsatz seines Lebens, die Monstranz und das Hostienbüchsle. So entwickelte sich Partenheim zum beliebten Wallfahrtsort, der Einnahmen zum Wiederaufbau der Kirche brachte. Bereits 1450 wurde der Chorraum durch die beiden Adelsgeschlechter „Herren von Partenheim“ und „Herren von Wallbrunn“ fertig gestellt – die prächtigen Glasgemälde aus dieser Zeit sind heute im Darmstädter Landesmuseum zu sehen.
Wunderschön auch die alten Decken- und Wandgemälde aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die 10 Gebote etwa, oder die 10 Plagen aus dem Alten Testament, sind ebenso erhalten wie die 4 Evangelisten im Deckengewölbe oder zwei prachtvoll musizierende Engel, die zwei tragende Konsolen im Chorraum zieren. Die Organistin Hannelore Wingert spielt eine Kostprobe auf der großen Geib-Orgel. Die spätgotischen Stifterfenster, sowie der Hochaltar (Flügelaltar mit ehemals 16 Bildtafeln) mit 4 Bildtafeln befinden sich heute im Mainzer Landesmuseum. Grabtafeln erinnern an verstorbene Adelsgeschlechter, hier die Familien von Partenheim, von Wallbrunn und von Bolanden, die im benachbarten Schloss lebten. Die älteste Grabplatte stammt aus dem 15. Jahrhundert und erinnert an den Ritter Eberhard Stoltz von Gaubickelheim. Gegenüber der Kirche liegt das ehemalige Schloss der Freiherren von Wallbrunn. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde es erneuert und an drei Partenheimer Bürger verkauft. Heute ist das stattlicheGebäude in Privatbesitz und teilweise bewohnt.
Die Katholische Kirche befindet sich in einem Gebäude, das in früheren Zeiten zum Schloss gehörte; es wurde 1962 renoviert. Der Straße folgend gelangt man zur Hintergasse, ehemals Scheunengasse. Eine romantische kleine Gasse mit vielen Scheunen, die den Häusern vorgelagert waren. Unter französischerHerrschaft waren die Fenster zur Straße steuerpflichtig, sie befinden sich also in zweiter Reihe. Eine Stele erinnert an die jüdischen Mitbürger*innen des Ortes. Um 1830 lebten ca.1200 Einwohner in Partenheim. Davon waren ca. 150 Menschen jüdischen Glaubens. Sie lebten bis 1938 im Ort, der letzte Vorsteher der jüdischen Gemeinde war Julius Hirschmann. Erwähnenswert ist das ehemalige Stadtschreiberhaus (Hofanlage Haus Iacob Ritger), ein wunderschön renoviertes Fachwerkgebäude von 1694, ebenfalls in Privatbesitz; dies gilt auch für das ehemalige Schulhaus. Heute gehören zur Gemeinde eine Kinderstätte und eine Grundschule. Der Kreis des interessanten und informativen Rundgangs schließt sich am Schloss und der Ev. Kirche. Ein herzlicher Dank geht an Kulturbotschafter Reinhard Oehler, der uns kurzweilig und kompetent durch Partenheim führte.
Text und Fotos: Petra Tebrün, Oktober 2024